Amnesty International Gruppe Jena (1309)

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Lateinamerika-Gruppe

Im Wintersemester 2008/09 hat sich unsere Arbeitsgruppe zu Lateinamerika gegründet. Unser Ziel ist es, auf die Menschenrechtsverletzungen, die leider immer noch an der Tagesordnung sind, aufmerksam zu machen und an die Regierungen zu appellieren, diese Menschenrechtsverletzungen in Zukunft zu verhindern. Im letzten Semester arbeiteten wir schwerpunktmäßig zu Mexiko.

Unsere letzte Veranstaltung war ein Themenabend zur Polizeigewalt und der Gewalt gegen Frauen in Mexiko am 26.05.2009. Wir zeigten Filmausschnitte aus dem Dokumentarfilm ‚Den Widerstand brechen’; zudem gab es typisch-mexikanisches Essen. Den eindrücklichsten Teil der Veranstaltung stellte ein Vortrag der ai-Mexiko-Expertin Gabriele Löffler dar, in dessen Anschluss eine angeregte Diskussion mit vielen interessierten Fragen stattfand.

Frau Löffler konnte zumeist sehr detaillierte Antworten und Einblicke liefern: Sie lebte selbst einige Jahre in Ciudad Juárez, einer Stadt an der US-Grenze, wo seit 1993 mindestens 370 Frauen ermordet wurden und noch viele mehr verschwanden. Die ai-Expertin arbeitete vor Ort mit verschiedenen Nicht-Regierungsorganisationen zusammen um eine angemessene Beschäftigung von Regierung und Polizei mit den Fällen zu erreichen. (Informationen zum Thema von ai-USA und auf Wikipedia)

Im kommenden Semester wird ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Lateinamerika-Gruppe die Beschäftigung mit Slums und Zwangsvertreibungen darstellen, eingebettet in den Zusammenhang der großen internationalen Amnesty-Kampagne "Demand Dignity".

An Mitarbeit interessiert? --> Bitte eine Email an amnesty.jena@gmx.de schreiben, um über die Termine der Treffen dieser Gruppe informiert zu werden!

**Weitere Informationen zu unserer Arbeit zu Mexiko: Doch Korruption innerhalb der Polizei verhindert noch immer viel zu oft, dass Verbrechen in Mexiko aufgeklärt werden, nicht zuletzt deshalb, weil die Polizei selbst an schweren Straftaten und Menschenrechtsverletzungen beteiligt ist. Die mexikanische Regierung hat zwar versprochen, sich diesem Problem zuzuwenden, doch Straffreiheit für Polizeibeamte, die an Folter, Morden und dem so genannten „Verschwindenlassen“ von Menschen beteiligt sind, ist nach wie vor die Regel. Somit ist Polizeigewalt in Mexiko alltäglich, weil der Staat auf Grund eigener Verstrickungen oft gar nicht an einer Verbesserung der Menschenrechte interessiert ist.

Neben der Polizeigewalt ist insbesondere die Gewalt gegen Frauen ein Schwerpunkt unserer Arbeitsgruppe in Jena. Denn Millionen von Frauen sehen sich häuslicher Gewalt ausgesetzt. Sie werden physisch und psychisch durch ihre Ehemänner misshandelt. Oftmals nehmen sich die Behörden der Probleme der Frauen nicht an. Viel zu oft allerdings betrachten auch die Frauen selbst die im Alltag erfahrene Gewalt als Privatangelegenheit. Amnesty International fordert, die betroffenen Frauen stärker zu unterstützen, sodass sie der Gewalt gegen sie nicht mehr schutzlos ausgeliefert sind. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist das im Februar 2007 erlassene "Allgemeine Gesetz für einen Zugang der Frauen zu einem Leben frei von Gewalt". Noch haben aber nicht alle der 31 mexikanischen Staaten unterzeichnet. Amnesty International ruft alle Staaten Mexikos dazu auf, das Gesetz im Jahr 2009 zu unterzeichnen und durchzusetzen.

Unserer Gruppe in Jena geht es darum, die Öffentlichkeit für diese Menschenrechtsproblematik zu sensibilisieren, darüber zu informieren und durch Themenabende und andere Aktionen die Situation für die Betroffenen zu verbessern. In diesem Rahmen sind auch schriftliche Appelle an die mexikanische Regierung Teil unserer Arbeit.

Länderberichte auf der Seite der deutschen Sektion

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